In den Flammen mit der Feuerwehr


Die Abendsonne hängt tief, das Thermometer zeigt 37 Grad und die Feuerwehrleute sind in ihren langen Hosen, mit Helmen und den festen Jacken nicht zu beneiden. Doch die Ehrenamtlichen sind für einen Grund zusammengekommen: Flächenbrände. Schon zwei Mal hat es im Frankfurter Norden innerhalb von Tagen auf Wiesen gebrannt.


Gerät so ein Feuer außer Kontrolle, kann es für besiedelte Gebiete schnell gefährlich werden. Ein Katastrophenszenario, das in diesen trockenen Tagen leider nicht zu ignorieren ist. "Normalerweise würden bei einem Feldbrand mit den Autos durch das Feld direkt zu den Flammen fahren, um diese mit vollem Druck zu bekämpfen", erklärt der Bad Vilbeler Stadtbrandinspektor Karlheinz Moll. Das funktioniere im Wald oder einer nicht befahrbaren Fläche aber nicht. Deshalb wolle man das Wissen der Feuerwehrleute der teilnehmenden Wehren auffrischen.


Kein Wasser verschwenden


Dabei wolle man darauf achten, möglichst wenig Wasser für die Übung zu nutzen. Es geht vor allem um die Benutzung von tragbaren Löschgeräten. "Wir haben den Rollcontainer Wald- und Flächenbrand dabei. Auf diesem ist alles drauf, was für Flächenbrände benutzt werden kann", erklärt einer der Feuerwehrmänner. Verschiedene Schläuche, Wasserrucksäcke mit Schläuchen und Spritzen und die sogenannten "Feuerpatschen". Diese sehen aus wie Rechen, haben vorne aber stabile Metalllappen. Das Feuer wird damit praktisch ausgepatscht. Auch Löschrucksäcke sind dabei. Tragbare Wasserbehälter, die mit Pumpen und einem kurzen Schlauch versehen sind. "Es sind D-Schläuche, also eher kleinere. Die haben zwar nicht so einen hohen Durchsatz, sind aber deutlich leichter." Löschlanzen, "Waldbrandwerkzeuge" und Geräte, die stark an Mistgabeln erinnern, gehören zur Ausrüstung des mobilen Brandbekämpfers in schwierigem Gelände.






Schwere Ausrüstung und Hitze


Die Theoriestunde ist vorbei und an der anderen Seite des Feldes steigt dichter Rauch auf. Die Feuerwehr hat den Brand gezündet. Für die erste Gruppe heißt das nun: Ausrüstung nehmen, die Rucksäcke mit Wasser füllen und quer durch das Feld Richtung Feuer. Schutzkleidung, Helm, 20 Liter Wasser auf dem Rücken. So machen sich die Feuerwehrleute auf den 350 Meter langen Weg über Erde und Weizenhalme zu den Flammen. Das Thermometer sinkt nicht und dazu kommt die Hitze des Feuers, die schon aus gut 20 Metern Entfernung deutlich spürbar ist. Das Haushalten mit den eigenen Kräften ist eine Sache, die geübt sein muss. Die schwere Ausrüstung und die Hitze sind an sich schon problematisch, doch das Laufen durch unwegsames Gelände und die körperliche Anstrengung bei Benutzung der Feuerpatschen oder der Pumpen tun das ihrige dazu.


Bei Waldbränden müssen die Kräfte für Stunden reichen. Bereits eine große Fläche im Feld ist komplett schwarz als die Gruppe eintrifft. Die Flammen schlagen hoch und fressen sich durch das abgeerntete Feld. "Es wäre viel problematischer, wenn das hier noch nicht geschnitten wäre. Auf diese Weise kommt das Feuer nicht so schnell voran", weiß einer der Feuerwehrmänner. Schnell und effizient schlagen die Feuerwehrleute die Flammen zurück. Müdigkeit ist keinem anzusehen.